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Hundetraining als Selbstfürsorge: So hilft es dir und deinem Hund

  • Autorenbild: Franka von hundemut
    Franka von hundemut
  • 16. März
  • 4 Min. Lesezeit
kleiner Hund ist auf dem Arm einer Hundetrainerin

Hundetraining als Selbstfürsorge: Warum Training nicht nur den Hund verändert


Selbstfürsorge klingt oft nach Wellness oder nach etwas, was man sich erst verdienen muss. Selbstfürsorge ist aber vor allem: Wie begegne ich mir, wenn es schwierig wird? Und das nicht erst nach etwas, sondern als wichtige Grundlage und für einen wertschätzenden Umgang mit Dir selbst.

Und das ist im Hundetraining ein Dauerthema. Denn Hundetraining löst Gefühle aus: Frust, Scham, Hilflosigkeit, manchmal auch Wut.

Besonders wenn Du einen hohen Anspruch an dich in deinem Umgang mit deinem Hund hast, ist es umso wichtiger, dass auch Du und deine Bedürfnisse eine wichtige Rolle spielen dürfen.


Dieser Artikel ist für Dich, wenn Du...

schnell in Selbstkritik bist und hart mit Dir ins Gericht gehst

dich häufig mit anderen Mensch-Hund-Teams vergleichst

Hundetraining häufig als großen Stressfaktor wahrnimmst

lernen möchtest, wie Du besser mit herausfordernden Situationen umgehen kannst

Was Selbstfürsorge im Hundetraining wirklich bedeutet


Selbstfürsorge heißt: Ich sorge dafür, dass ich Ressourcen habe. Dazu zählt Schlaf, Pausen und Unterstützung. Aber auch: Ich spreche freundlich mit mir, wenn etwas nicht klappt.

Denn Training gelingt nicht besser, wenn du dich innerlich zerlegst. Es gelingt besser, wenn du stabil bleibst.

Training als Achtsamkeit

Achtsamkeit heißt: im Moment sein und nicht sofort bewerten. Im Training bedeutet das:„Ah, da spannt er an.“ statt „Oh nein, jetzt geht’s wieder los".

Das bedeutet nicht nur unbedingt positiv denken und keine unangenehmen Gefühle zuzulassen. Es bedeutet klar zu sehen und dann passend handeln. Und das kann manchmal auch einfach nur ein Aushalten der Situation sein und wahrnehmen, was Du danach brauchst, um die Gassi-Runde noch gut zu Ende bringen zu können.

Die fiese Falle: Vergleich & Druck

Online und aus Social Media sehen wir oft nur Momentaufnahmen: den perfekten Rückruf, den Hund im Fokus, den Spaziergang ohne Drama. Was wir nicht sehen: den Weg, die Rückschritte, die schlechten Tage. Deshalb ist der Vergleich mit anderen Teams selten fair. Was fair ist: „Wo waren wir vor 6 Monaten?“

Nur Du kennst den Weg, den Du und dein Hund bereits zurückgelegt haben!

Praxis: Selbstfürsorge-Tools fürs echte Leben


Chihuahua sitzt mit seinem Kuscheltier im Körbchen

1) Mach Training kleiner

30 Sekunden gute Qualität schlagen 15 Minuten Frust. Du musst nicht immer eine ganze Gassi-Runde bewerten. Es kann hilfreich sein, sich auf einzelne Momente zu fokussieren.

Oder Du musst nicht immer alles trainieren. Ein Schwerpunkt reicht aus.

2) Film dich

Nicht, um dich zu kritisieren, sondern um zu erkennen, was gut klappt und wo du dich entlasten kannst.

3) Erlaube „Heute nicht“

Manchmal ist die beste Trainingsentscheidung: Management und Pause. Damit gibst Du nicht auf, sondern handelst nachhaltig und selbstfürsorglich.


4) Realistische Einschätzung der Ressourcen und Bedürfnisse

Du solltest nicht nur die Ressourcen deines Hundes kennen, sondern auch deine eigenen. Bevor du die Entscheidung triffst, ob Training zu einem Moment Sinn macht oder nicht, musst du dir erst bewusst sein, wie es dir in diesem Moment geht. Das klingt manchmal einfacher als es ist. Übe dich hier am Besten in einer realistischen Einschätzung und fülle bei Bedarf deine Ressourcen auf.


5) Auf die Stärken besinnen

Mach Dir bewusst, was Du und dein Hund besonders gut können. Vielleicht gibt es eine Situation, die dir besonders gut in Erinnerung geblieben ist. Wie hast Du dich in dieser Situation gefühlt? Sehr wahrscheinlich kannst Du dieses Gefühl reaktivieren, wenn Du an die Situation denkst. Manchmal braucht das etwas Übung.



Die Herausforderung im bedürfnisorientierten Hundetraining

Gerade die Hundemenschen, denen das Wohlergehen ihres Hundes als Familienmitglied besonders am Herzen liegt, geraten manchmal genau dadurch unter Druck. Ich höre immer wieder von Kundinnen und Kunden, dass sie so viel nach ihrem Hund ausrichten, dass sie sich irgendwann erschöpft fühlen.


Und ehrlich? Ich kann das total gut nachempfinden!


Daher ist dies auch ein Vorurteil zu bedürfnisorientiertem Hundetraining, welches teilweise genutzt wird, um diese Art des Trainings abzuwerten:

„Alles nach dem Hund ausrichten ist doch keine Lösung!“

– und ja, da muss ich zustimmen.


Gleichzeitig steckt in diesem Satz etwas Wahres:

Wenn wir dauerhaft nur auf die Bedürfnisse eines anderen Lebewesens achten und unsere eigenen immer wieder hinten anstellen, wird es anstrengend. Sehr anstrengend.


Denn das hier passiert dann häufig:

Chihuahua liegt mit einer Decke, auf der "Nö" steht, im Körbchen
  • wir funktionieren nur noch,

  • wir werden dünnhäutiger,

  • wir haben weniger Geduld,

  • und irgendwann fühlt sich selbst ein „normaler Spaziergang“ wie eine Aufgabe an.


Die Wahrheit ist: Genau deshalb ist bedürfnisorientiertes Training nicht „alles für den Hund“.

Sondern etwas viel Wichtigeres:

Bedürfnisorientiertes Hundetraining bedeutet, dass die Bedürfnisse aller (zwei- und vierbeinigen) Familienmitglieder zählen.

Das ist für mich ein wichtiger Punkt. Denn wir wollen mit bedürfnisorientiertem Training die Bindung zu unserem Hund schützen und sein Wohlergehen sicherstellen. Und das klappt nur, wenn wir dabei auch unsere eigenen Reserven im Blick behalten.

Ein Mensch, der innerlich komplett leer ist, kann kaum dauerhaft fair bleiben. Egal wie sehr er seinen Hund liebt.


Zusammengefasst kann man also sagen:

❌ Bedürfnisorientierung heißt nicht: „Ich muss mich immer zusammenreißen.“

✅ Bedürfnisorientierung heißt: „Wir finden Lösungen, die für alle tragbar sind.“


Für mich persönlich war diese Art von Training übrigens auch ein sehr hilfreicher Schritt, um mein eigenes Gespür für Bedürfnisse zu verfeinern. Nicht nur die meines Hundes, sondern auch meine.


Kurz & Knapp


Macht Selbstfürsorge mich inkonsequent?

Nein. Du kannst klar sein, Dich und deine Bedürfnisse ernst nehmen und trotzdem ein Trainingsziel erfolgreich verfolgen.

Was mache ich bei schlechten Tagen?

Kleinere Ziele, mehr Management, weniger Erwartung. Und freundlich mit dir selbst bleiben.

Wenn Training dich dauerhaft erschöpft, passt meist der Rahmen nicht – nicht deine Eignung als Hundehalter. Training darf stärken und Spaß machen.


Mini-Checkliste


✅ Ich kann nach einer Trainingseinheit durchatmen.

✅ Ich trainiere in Mini-Schritten, setze Ziele so, dass sie erreichbar sind und feiere kleine Erfolge.

✅ Ich bleibe freundlich, auch wenn’s nicht klappt: Ich spreche innerlich so mit mir, wie ich mit einer guten Freundin sprechen würde.

✅ Ich erkenne Ressourcen und plane Pausen ein.


❌ Ich gehe ins Training mit Druck: „Es MUSS heute klappen“.

❌ Ich vergleiche mich ständig (vor allem mit Social Media).

❌ Ich werde im Ton oder Körper hart, ohne es zu merken.

❌ Ich ignoriere Müdigkeit oder Überforderung (bei mir oder beim Hund).



So kannst Du weitermachen:


Wenn du das Gefühl hast, ihr hängt fest und du möchtest eine professionelle Unterstützung für mehr Stabilität und Leichtigkeit im Alltag:

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